Umsetzungen

Das Experimentieren mit verschiedenen Vorgehensweisen hat die Vorteile der Projektion, als Verfahren um Anamorphosen zu erstellen, bestätigt. Um meine Produkte umzusetzen, habe ich daher mein Verfahren mit der Projektion verfeinert. Die Taschenlampe und die Plexiglasscheibe wurden durch einen Hellraumprojektor ersetzt. Das Bild war so besser im Raum erkennbar und ich konnte zusätzlich die Schärfe der Projektion fokussieren.

Koffer im Treppenhaus

Beim Koffer im Treppenhaus bin ich vom realen Objekt ausgegangen. Dafür habe ich den Koffer aus einem bestimmten Standpunkt fotografiert (Abb. 41).
Das entstandene Foto benutzte ich als Vorlage um am Computer Folien für den Hellraumprojektor zu erstellen. Dazu zog ich in einem Bildbearbeitungsprogramm die Konturen des Koffers mit schwarz nach und speicherte diese als eigenständiges Bild (Abb. 42).
Dieses Bild wurde auf eine klare Folie gedruckt und über den Hellraumprojektor ins Treppenhaus projiziert. Dafür hatte der Projektor den Standpunkt, aus welchem ich zuvor den Koffer fotografiert hatte.
Um die richtige Position der Folie auf dem Hellraumprojektor zu finden, orientierte ich mich wieder am realen Koffer. Den platzierte ich wieder so im Treppenhaus, wie er zuvor fotografiert wurde. Anschliessend verschob ich die Folie auf dem Hellraumprojektor, bis ihr Schatten auf die Konturen des Koffers passte (vgl. Abb. 43 und 44).
Dann konnte ich den Koffer entfernen und es blieben die Konturen der Folie sichtbar (Abb. 45).
Weiter brauchte ich noch diesen Schatten mit schwarzem Gewebeband abzukleben.
Aus dem richtigen Standpunkt (dem Standpunkt, aus welchem ich das reale Objekt ursprünglich fotografiert hatte und wo der Hellraumprojektor stand) ist nun ein Koffer zu erkennen (Abb. 47).


Auf diese Weise konnte ich mit dem Koffer, zwei Büchern und einigen Jasskarten eine Serie von Anamorphosen im Treppenhaus erstellen (Abb. 48-59).


Bei einzelnen Bildern der Serie habe ich mehrere Vorlagen kombiniert, damit ich nicht für jede einzelne Anamorphose eine neue Folie benötigte.

Lotus in der Garage

Für den Lotus in der Garage bin ich ähnlich vorgegangen wie beim Koffer. Von einem bestimmten Standpunkt aus habe ich das Auto in der Garage stehend fotografiert und dieses Bild dann als Vorlage für die restliche Arbeit benutzt (Abb. 61).
Erst wurde die Vorlage am Computer so bearbeitet, dass sie als Folie für den Hellraumprojektor benutzt werden kann.
Die erste Folie, welche ich benötigte war die Silhouette des Autos (Abb. 62).
Damit konnte ich die Fläche, die in der Garage bemalt werden soll, grundieren.
Um das projizierte Bild möglichst gut sichtbar zu machen und relativ genau arbeiten zu können, benutzte ich den Hellraumprojektor im Dunkeln (Abb. 63).
Malen wollte ich aber bei Tageslicht, damit ich die Farben besser erkennen konnte. Daher habe ich die Projektion in der Garage zuerst mit Klebeband eingerahmt (Abb. 65).
So konnte ich mich am nächsten Tag beim Grundieren am Klebeband orientieren.
Nach der Grundierung brauchte ich eine weitere Folie anhand der Vorlage. Diesmal setzte ich den Schwerpunkt auf einige Details (Abb. 68).
Wiederum markierte ich diese Details auf der Grundierung in der Garage, sodass ich mich bei Tageslicht daran orientieren und die Silhouette mit Farbe versehen konnte.
So entstand Schritt für Schritt das Auto in der Garage (Abb. 74).


Als das Auto in der Garage fertig gemalt war, bemerkte ich beim Fotografieren, dass nicht nur das Bild aus dem anamorphotisch richtigen Standpunkt, sondern auch das deformierte Bild, wie es aus einem anderen Standpunkt wahrgenommen wird (Abb. 75 und Abb. 76) gut aussieht.


Auch haben einige farbige Ausschnitte des Autos (Abb. 77 und Abb. 78) als eigenständige Bilder eine gute Wirkung.


Sie sind zusammen mit anderen Bildern der Experimente und Produkte im Bilderkatalog zu finden.