Vorwort

Haben Sie schon einmal einen Künstler beobachtet, der etwas Undefinierbares auf den Boden malte, das aus einem bestimmten Blickwinkel doch einen Sinn ergab? Im Fernsehen und auf sozialen Netzwerken habe ich schon viele Bilder solcher Künstler gesehen, die eine dreidimensionale Wirkung erzeugten, obwohl sie nur zweidimensional auf ein Blatt Papier gezeichnet oder auf die Strasse gemalt wurden. Es ist faszinierend, wenn etwas Wahrnehmbares aus einem bestimmten Blickwinkel eine Illusion bewirkt oder auf eine bestimmte Art und Weise entschlüsselt werden muss, um richtig erkannt zu werden. Aus diesem Grund habe ich das Thema Anamorphose gewählt. Als meine Kolleginnen aus dem Grundlagenfach Bildnerische Gestaltung mit Klebeband Anamorphosen im Gang des alten Schulhauses anbrachten, dachte ich, es wäre eine gute Chance, meine Maturaarbeit diesem Thema zu widmen, um mich damit auseinander zu setzen. Bei der Durchführung meiner Maturaarbeit bekam ich rundum helfende Unterstützung. Ein besonderer Dank geht an meine Betreuerin Dora Stähli, die mich immer unterstützte und motivierte, wenn ich nicht weiter wusste. Mein Vater stand mir immer mit guten Ideen und einer helfenden Hand zur Seite. Ich bedanke mich auch bei Sigfried Graf, dem Hausbesitzer, der mir erlaubte, die Garage zu bemalen und das Treppenhaus zu bekleben. Den Koffer und den Laser-Pointer durfte ich von Emilio Graf ausleihen. Auch gebührt mein Dank Christina Barile, die sich für meine Arbeit als Korreferentin zur Verfügung stellt. Und zum Schluss möchte ich auch allen netten Nachbarn und Freunden danken, die mich durch ihre faszinierten Blicke und interessierten Fragen immer wieder neu motivierten.

Einleitung

Ich habe mich mit dem Thema Anamorphose auseinander gesetzt und wollte schliesslich auch selbst ein anamorphotisches Produkt umzsetzen. Während den Recherchen grenzte ich das Thema aufgrund meiner Interessen auf Längenanamorhposen ein. Um optimale Lösungen für die beabsichtigten Produkte zu entwickeln, habe ich mit verschiedenen Verfahren und Hilfsmitteln experimentiert. In der Such- und Experimentierphase wurden Eindrücke gesammelt. Auch entwickelte ich ein Verständnis für das Erstellen von perspektivisch deformierten Bildern, indem ich durch Versuch und Irrtum selbst Anamorphosen erstellte. Mit den Erfahrungen aus dieser ersten Untersuchung der anamorphotischen Darstellungsweise konnte ich meine Vorgehensweise optimieren. Anhand von Experimenten mit unterschiedlichen Verfahren bestätigte sich meine Annahme, dass die Projektion als Hilfsmittel für das Erstellen von relativ grossen Anamorphosen am besten geeignet ist. Mit der Verfahrensweise der Projektion und den in der Such- und Experimentierphase gewonnenen Erkenntnissen setzte ich schliesslich meine Produkte um. Zuhause klebte ich eine Serie von Anamorphosen ins Treppenhaus und zudem malte ich ein Auto anamorphotisch verzerrt in die Garage. Beim fotografischen Festhalten des Autos in der Garage entstanden Bilder von vielen farbigen und deformierten Ausschnitten, die nicht aus dem anamorphotisch richtigen Standpunkt aufgenommen wurden und daher keine anamorphotischen Bilder sind. Sie können als zusätzliches eigenständiges Produkt meiner Arbeit angesehen werden. Die Fotos der Experimente, Umsetzungen und Produkte habe ich in einem Bilderkatalog zusammengestellt.

Diskussion

Beim Experimentieren sammelte ich nicht nur Erfahrungen mit dem Erstellen auf eine bestimmte Art und Weise verzerrter Bilder, sondern entwickelte auch einen besseren Blick für die Entschlüsselung von Anamorphosen und gewann Erkenntnisse zum Arbeiten mit Klebeband und zum Malen in etwas grösseren Dimensionen. Mit diesen Erfahrungen könnte ich weitere perspektivische Anamorphosen umsetzen, meine Fertigkeiten verfeinern und die Augen der Menschen täuschen. Ich könnte mich weiterführend auch mit anderen Arten der Anamorphose auseinandersetzen und mein Verständnis noch weiter vertiefen. Eine Erkenntnis aus meiner Arbeit ist, dass eine gute Illusion, auch wenn ich nun verstehe wie sie funktioniert, immer noch in der Lage ist, meine Augen zu täuschen. Und daran kann ich mich immer wieder erfreuen.